Kurz nach der Vorstellung des Apple iPads durch Steve Jobs, tauchten auch in Deutschland die ersten Preise auf. Von amazon.de, über Cyberport bis T-Online waren diese identisch. Ursache ist, dass die Dollar-Preise einfach erstmal 1:1 in Euro eingestellt wurden, bis die Lieferbedingungen und Verfügbarkeiten genauer geklärt wurden. Jetzt stellt sich die Frage, wo das iPad am günstigsten zu kriegen ist.
In jedem Fall lohnt es sich über eine Bestellung in USA nachzudenken bzw. ein iPad bei USA Besuch zu kaufen/sich mitbringen zu lassen. Aber Vorsicht: Sowohl bei einer Bestellung in USA als auch bei einer Mitnahme sind wichtige steuerliche Aspekte zu beachten:
Bestellung in USA:
Bestellt man das kleinste iPad 16 GB für $499 in USA (z.B. Ebay), so kommen in der Regel noch erhebliche Versandkosten hinzu (ca. $30), so dass sich der Kaufpreis auf $529 erhöht. Die amerikanische Sales Tax, die in den amerikanischen Bundesstaaten in unterschiedlicher Höhe erhoben wird (z.B. New York 8,375%), wird in diesem Fall nicht mehr aufgeschlagen. Sofern dem Paket eine ordentliche Rechnung beigefügt ist und die Zollerklärung entsprechend ausgefüllt ist, wird bei der Auslieferung in Deutschland dann noch die für Notebooks und Computer übliche Einfuhrumsatzsteuer erhoben (fehlt eine ordentliche Rechnung wird man zusätzlich zum Zollamt zitiert und muss dort den Kaufpreis belegen). Diese beträgt 19% des Warenwerts inklusive Versandkosten, also im o.g. Beispiel ca. $100,51, was damit die Gesamtkosten für das iPad auf $629,51 ansteigen lässt. Bei einem unterstellten Euro/Dollar-Kurs von 1,40 kostet das iPad damit 449,65 Euro und wäre billiger als in Deutschland.
Mitbringen aus USA:
Entscheidet man sich dazu das Apple iPad 16 GB bei seinem nächsten USA-Urlaub zu kaufen und mitzubringen, läuft dies ähnlich wie bei der Bestellung ab. Zunächst fällt aber beim Kauf (z.B. in New York) 8,375% Sales Tax an. Auf der Rechnung steht dann ein Gesamtbetrag von $540,79. Bei einem angenommenen Umrechnungskurs von US-Dollar in Euro von 1,40 kostet das iPad damit 386,28 Euro. Es liegt damit unter der Freigrenze bei Flug- und Schiffsreisen in Höhe von 430 Euro, wodurch – sofern nicht noch andere Produkte im Wert von über 44 Euro eingeführt werden – kein Zoll und keine Einfuhrumsatzsteuer anfällt.
Greift man statt zur 16 GB Variante des Apple iPad zur 32 GB Variante, die mit $599 zzgl. 8,375% Sales Tax, d.h. $649,17 zu Buche schlägt, ändert sich die Zoll- und Steuerbefreiung schlagartig. Da der Wert mit 463,70 die Freigrenze von 430 Euro überschreitet fällt eine Pauschalsteuer von 17,5 Prozent an (81,15 Euro). Damit kostet das iPad dann faktisch 544,85 Euro und billiger als in Deutschland. Übrigens: Sofern das iPad bei der Einreise nicht angemeldet wird und der Zoll das Produkt bei der Einreiseprüfung entdeckt fallen zusätzliche (Straf-)Gebühren an, die jeglichen Preisvorteil aufheben dürften.
Fazit:
Dass Apple bei der Preisbildung in Euro keinen fairen Wechselkurs unterstellt, ist sicherlich zutreffend. Eine Bestellung bzw. ein Mitbringen des iPads aus den USA schafft hierbei auf den ersten Blick etwas Abhilfe. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es bei der Garantieabwicklung zu Schwierigkeiten kommen kann. Sofern man dies in Kauf nimmt, stellen sowohl der Bestellweg als auch der Eigenimport Alternativen zum (Web-) Einkauf in Deutschland dar.
Wer sich allerdings nicht großartig mit Zolltarifen, Garantiebedingungen etc. herumschlagen will, findet das iPad auch bei renommierten Onlinehändlern. Gerade Cyberport ist bekannt dafür auch einen ordentlichen Service zu bieten, wenn mal etwas nicht so läuft wie gewünscht. Außerdem kann obendrein noch eine Garantieverlängerung zugekauft werden und die Verfügbarkeit fast aller iPad Modelle ist sehr hoch, darum ist
Cyberport sicherlich ein sehr guter Bezugsweg in Deutschland.
Zolltarif, Einfuhrumsatzsteuer, Freibeträge: Was ist das genau?
- Zoll/Zolltarif
Der Zoll ist eine Abgabe, die erhoben wird, wenn eine Ware über eine Zollgrenze gebracht wird. Der jeweilige Zolltarif richtet sich nach der Art der Ware. Beispiele für Zolltarife sind: DVDs 3,5 Prozent, GPS-Geräte 3,7 Prozent, Videokameras je nach Ausstattung 0 bis 14 Prozent, CD-Player 9,5 Prozent. Zollfrei sind Digitalkameras und Computer. -
Einfuhrumsatzsteuer
Bei der Einfuhr von Waren aus Drittländern in die Bundesrepublik Deutschland wird die sogenannte Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Sie beträgt 19 Prozent des Warenwerts. - Freigrenze bei Flug- und Schiffsreisen
Bis zu einem Gesamtwarenwert von 430 Euro fallen bei Mitnahme im Rahmen von Flug- und Schiffsreisen weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer an. Überschreitet der Wert von mitgebrachten Waren den Wert von 430 Euro ist der Gesamtwert beim Zoll anzuzeigen. - Pauschalsteuer bei Flug- und Schiffsreisen
Bei einem Warenwert von insgesamt bis 700 Euro fällt eine Pauschalsteuer von 17,5 Prozent an. Darin ist bereits die Einfuhrumsatzsteuer enthalten, Zoll wird nicht fällig. - Freigrenze beim Online-Shopping aus den USA
Bis 150 Euro wird kein Zoll fällig, wohl aber die Einfuhrumsatzsteuer. Ab 150,01 Euro müssen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer gezahlt werden. Der jeweilige Zolltarif richtet sich nach der Art der Waren.
Stand: 31.12.2009
2 Kommentare
Also ich habe mir das iPad bereits bestellt, wie auch mein iPhone schon vor einem Jahr bei sale-point.com und das die die Preise 1zu1 genommen haben kann ich nicht sagen. Wenn ich dann noch meine Steuer rechne, dann komme ich in jedem Fall besser weg, als die momentanen Preise in Deutschland, denn Zoll ist keiner zu zahlen, da es als Notebook gewertet wird, so jedenfalls die Auskunft von dem Support.
Ich habe auch das Ipad bei Sale Point bestellt sollte am 06.04 verschickt werden. bis jetzt nicht angekommen, die sendungsnummer habe ich auch nicht bekommen. Nach mehreren Emails keine Antwort. Ich denke ich kann mich von dem Geld verabschieden. Scheint sich um eine Betrüger Firma zu handeln